27.09.2020 18:00
Von: MiBi

Neues Abschleppfahrzeug

Das neue Abschleppfahrzeug der FF Wiener Neudorf

Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf konnte Ende September 2020 ein neues, speziell auf ihre Bedürfnisse angepasstes Abschleppfahrzeug auf Basis eines Mercedes Benz Econic in den Dienst stellen.

Genau auf die Zukunft abgestimmt

Das Wiener Neudorfer Abschleppfahrzeug, kurz ASP, ist ein fester und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil im „Technischen Zug“, welcher zu allen Fahrzeugbergungen nach Verkehrsunfällen im Wiener Neudorfer Einsatzgebiet ausrückt. Der „Technische Zug“ der FF Wiener Neudorf besteht aus dem Vorausfahrzeug, dem schweren Rüstfahrzeug und dem Abschleppfahrzeug. Er wird im Bedarfsfall auch durch das Wechselladerfahrzeug ergänzt.

Bei diesem Neufahrzeug handelt es sich um den Austausch des 18 Jahre alten Abschleppfahrzeuges (Mercedes Benz Atego 1323L) auf ein technisch hochmodernes und für das heutige Einsatzspektrum der FF Wiener Neudorf abgestimmtes Nachfolgefahrzeug. Besonders immer größere und schwerere Unfallfahrzeuge (SUVs und Kleintransporter) sorgten wiederholt für Herausforderungen in Punkto Hubkraft und Überhang am Plateau beim vorhandenen Abschleppfahrzeug.
 
Aus diesem Grund wurde in einem intensiven Planungsprozess die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten besprochen, spezielle Ausstattungsmerkmale diskutiert und erforderliche Leistungskriterien definiert.

Durchdachte Ausstattung mit modernster Technik

Der neue dreiachsige automatikgetriebene Mercedes Benz Econic 2635L wird von einem Sechszylinder-Dieselmotor mit einer Leistung von 354 PS angetrieben und entspricht der Abgasnorm Euro 6. Neben einem weit stärkeren und größeren Kran sowie einem längeren Berge-Plateau im Vergleich zum alten Abschleppfahrzeug, bietet die neue großräumige Fahrzeugkabine Platz für eine Besatzung von vier Mann (1:3). Mit der mitlenkenden dritten Nachlaufachse sowie dem gewählten Radstand, vereint das 260 KW starke Econic-Fahrgestell eine kompakte Wendigkeit sowie ein hohes Transportvermögen mit einer Nutzlast von rund 10 Tonnen. Wesentliche Sicherheitsaspekte sind das Totwinkel-Kamerasystem, der Abbiege-Assistent sowie der Spurhalteassistent. Insbesondere die niedrige Bauhöhe, das serienmäßige Automatikgetriebe sowie die gute Sicht durch die große Panoramaverglasung zählten zu den Hauptargumenten bei der Wahl des Fahrgestells.
 
Ideal für Berge-Einsätze nach Verkehrsunfällen ist das neue Fahrzeug mit einem speziellen Ladekran mit 19,5 m/t Hubmoment aus dem Hause Palfinger ausgestattet. Der neue Kran ist ein T-Spezialmodell (PK19500T-EH High Performance) und ist der größte seiner Baureihe. Das T-Modell ist speziell für die vielseitigen Anforderungen bei Fahrzeugbergungen entwickelt worden. Er überzeugt durch Detaillösungen wie etwa der seitlich angeordneten Ausschubzylinder, die eine geringe Gesamthöhe des Fahrzeuges bei gestrecktem Hauptarm garantieren. Die handliche Funkfernsteuerung des Krans ermöglicht einen optimalen Einblick auf das Plateau und den gesamten Ladebereich während des Einsatzes. Der neue Kran kombiniert mit dem mitgeführten Leichtaluminium-Hebebalken ergibt eine perfekt abgestimmte Kombination für sämtliche Bergungen aller Fahrzeugarten. Eine Abstützbreite von 6,6 Metern sorgt dabei für optimale Stabilität und Abstützung.

Sorgfältige Planung mit spezieller Erfahrung

Durch langjährige Erfahrung konnte das Planungsteam der FF Wiener Neudorf ein Gesamtkonzept definieren, bei dem zahlreiche Wünsche aus der Praxis berücksichtigt wurden.
 
Der Spezialaufbau wurde durch die Firma Eberl Abschlepptechnik aus Salzburg realisiert. Mit viel Know-How wurde der maßgeschneiderte Aufbau in perfekter Zusammenarbeit mit dem Planungsteam der FF Wiener Neudorf gefertigt.  Das Neufahrzeug verfügt über ein funkferngesteuertes Berge-Plateau und Abschlepp-Hubbrille am Heck des Fahrzeuges, welche es ermöglichen, zwei Unfallfahrzeuge von der Einsatzstelle abzutransportieren.

Ebenso funkferngesteuert befinden sich am Fahrzeugaufbau zwei Seilwinden (Plateau und Heck) zur Bergung von Unfallautos. Diese Seilwinden verfügen über eine Zugkraft von 3,5 und 6 Tonnen. Neben dem Plateau ermöglicht auch die massive Abschleppbrille am Heck des Fahrzeuges die Bergung vom Kleinwagen bis hin zum Klein-LKW.

Die neun großräumigen Geräteräume sind mit massiven Alu-Rollläden staub- und wasserdicht abgeschlossen sowie mit großen Ausziehladen für Spezialwerkzeug und Ausrüstungsgegenstände wie Anschlagmittel, Gleitkeile, Rangierroller, Ölbindemittel, Wagenheber u.v.m. ausgestattet. Besonders bedacht und abgestimmt wurde die Beladung für die Bergung von Elektrofahrzeugen, allradgetriebenen Unfallfahrzeugen sowie schwergewichtige SUV und Transportfahrzeuge.  Zur vielseitigen Bergeausrüstung zählen neben einer Drucklufthaspel ebenso auch spezielle Haltebaken für die Bergung von einspurigen Kraftfahrzeugen (Motorrad, Moped usw.) am Plateau. Auch für eine zweifache Transportmöglichkeit nach Verkehrsunfällen speziell für Anhänger, sind jeweils auf dem Plateau und der Hubbrille zwei Anhängerkupplungen verbaut. Ein besonderes Merkmal des Plateau-Aufbaus ist, dass dieser vollkommen abdichtend für ausgeflossene Betriebsmittel von Unfallfahrzeugen gebaut wurde und die Betriebsmittel umweltbewusst mit einem separaten Ablassventil abgelassen bzw. aufgefangen werden können.

Neben den umfangreichen Blaulichtelementen am kompletten Fahrzeug, sorgen ein durchdachtes LED-Beleuchtungskonzept mit 19 Scheinwerfern, ein intelligentes Videokamerasystem und eine am Plateau integrierte Verkehrsleiteinrichtung für maximale Sicherheit der Wiener Neudorfer Feuerwehrmänner während des Einsatzes.

Schlagkräftig in die Zukunft

Mit diesem neuen hochmodernen Abschleppfahrzeug ist die FF Wiener Neudorf auch zukünftig für alle Berge-Einsätze bestens gerüstet – modernste Technik, die den besonderen Herausforderungen der Wiener Neudorfer Einsatzkräfte gerecht wird. Dies erlaubt höchste Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit in jeder Lage nach Verkehrsunfällen.

Feuerwehrkommandant Walter Wistermayer und seine Mannschaft sind stolz, auch in Zukunft für vielseitige und spezielle Aufgaben am Bergungssektor mit dem neuen Spezialfahrzeug bestens gerüstet zu sein. Besonderen Dank und Vertrauen spricht Wistermayer dem Wiener Neudorfer Bürgermeister Herbert Janschka und dem gesamten Gemeinderat der Markgemeinde Wiener Neudorf aus. Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeuges wurden durch die Marktgemeinde Wiener Neudorf sowie durch die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf selbst getragen.