Samstag den 19.01.2002. Wir sitzen seit 14.00 Uhr im Feuerwehrhaus bei der Jahreshauptversammlung. 14.45 Uhr Bürgermeister Herbert JANSCHKA beginnt mit seiner Rede, als das Telefon läutet. Ein Kamerad geht aus dem Sitzungssaal und hebt ab. Gleich darauf kommt er wieder herein. "Beim BILLA im IZ brennen mehrere LKW!!" Die teilweise ungläubige Reaktion der Kameraden "Was ist los?" "Beim BILLA im IZ brennen mehrere LKW!!" Dann ging es aber ziemlich schnell. In vielen von uns wird die Erinnerung an den LKW-Brand bei BILLA im Jahre 1996 wach.
Innerhalb einer Minute tauschen wir unsere Dienstbekleidung 1 gegen die Einsatzuniform und schon rückt Tank 1 aus.In diesem Augenblick erfolgt auch die Alarmierung mittels Sirene durch die Bezirksalarmzentrale.Innerhalb der nächsten Minute fahren Tank 2, Tank 3, das Voraus (als Einsatzleitung), die Drehleiter und das schwere Rüstfahrzeug nach.
Bereits auf der Anfahrt ist eine riesige schwarze Rauchwolke zu sehen. Der Fahrzeugkommandant von Tank 1 fordert sofort die restliche Mannschaft an die mit dem MTF und dem Kommandofahrzeug nachfährt. Auch ein Fahrzeug des Samariterbundes wird für den Fall der Fälle zur Einsatzstelle beordert.
Im Tank 1 wird von drei Mann bereits der schwere Atemschutz angelegt. Beim näher kommen sieht die Rauchsäule noch bedrohlicher aus. Von der IZ (Industriezentrum) Straße 3, geht es links rein zum LKW-Abstellplatz des BILLA-Zentrallagers. Der Fahrer des Tank 1 hält an, die Mannschaft springt aus dem Fahrzeug. Während der Atemschutztrupp mit dem Mittelschaumrohr mit der Brandbekämpfung bei den zwei in Vollbrand befindlichen LKW beginnt, nimmt der Rest der Mannschaft ein Hochdruckrohr vor, um einen weiteren LKW, der von einem Kraftfahrer aus dem Gefahrenbereich gefahren wird, und bereits im Bereich der Fahrerkabine brennt, abzulöschen.
Kurz darauf trifft Tank 2 ein und beginnt mit einem weiteren Mittelschaumrohr die Brandbekämpfung. Gleichzeitig wird für Tank 1 die Zubringleitung gelegt, da der Wasservorrat im Tank (2000 Liter) bereits dem Ende zugeht. Auf dem Abstellplatz stehen zahlreiche LKW nebeneinander. Gemeinsam mit Kraftfahrern der Firma BILLA gelingt es uns, noch einen weiteren LKW aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Mittlerweile sind 47 Mann am Einsatzort und drei Trupps mit Atemschutz führen, jeweils mit einem Mittelschaumrohr, bzw mit dem Schaumaufsatz für das Hochdruckrohr, die direkte Brandbekämpfung durch.
Die weitere Mannschaft beginnt mit 2 HD-Rohren und zwei C-Rohren außerhalb der Rauchzone den Löschangriff.
Durch die Flammen waren einige Glutstücke auf einen etwas weiter entfernten LKW gefallen, welcher jetzt ebenfalls zu brennen beginnt. Dieser LKW kann jedoch gleich gelöscht werden und daher blieb der Schaden hier sehr gering. Mittlerweile zeigt der Schaumangriff seine Wirkung, und die hochschlagenden Flammen sind eingedämmt.
Jetzt beginnen wird damit in das Innere des Laderaumes vorzudringen. Sobald wir die Ladebordwand offen haben, schlagen uns schon wieder die Flammen entgegen. Diese werden mit einem HD- und C-Rohr bekämpft.
Um 15.15 Uhr ist es soweit, daß wir den Brand unter Kontrolle haben und nun die restlichen Brandherde im und unter den LKWs ablöschen. Die Schaumrohre werden zurückgezogen und die weitere Brandbekämpfung erfolgt nun mit Wasser. Mit der Steckleiter versuchen wir durch die durchgebrannte Decke des LKW-Aufbaus die Glutnester in der Ladung zu löschen.
In der Zwischenzeit sind auch zwei Fahrzeuge der Gendarmerie mit 4 Mann (Frau) und ein Kriminalbeamter, sowie ein Brandermittler eingetroffen, welche mit der Brandursachenerhebung beginnen.
Wieder hat sich gezeigt, daß nach dem Brand 1996 die Forderung der Feuerwehr, keine LKW mehr im Bereich von Hallen abzustellen richtig war. Dadurch blieb der Schaden auf die in Brand befindlichen LKW beschränkt. Um 15.39 Uhr konnte Brand aus gegeben werden und um 15.58 Uhr waren alle Fahrzeuge der Feuerwehr Wiener Neudorf wieder im Feuerwehrhaus.
Um unsere Jahreshauptversammlung und die Wahl des Stellvertreters weiter durchführen zu können wurden wir durch die Feuerwehr Mödling mit einem Tanklöschfahrzeug unterstützt, welche ab 15.54 Uhr die Brandwache am Einsatzort übernahm. Um 19.00 Uhr konnten wir die Kameraden aus Mödling wieder ablösen und um 20.15 Uhr war der Einsatz endgültig vorbei. Zumindest der Teil der nach außen hin sichtbar ist. Unsere Atemschutzwarte und ein Teil der Mannschaft hatte noch bis 22.00 Uhr zu tun um die Fahrzeuge wieder komplett aufzufüllen und die Atemschutzgeräte einsatzbereit zu machen.