20.04.2012 15:36
Von: Martin Hofbauer / Pressestelle BFK Mödling

Großbrand in Mödling

In den Nachmittagsstunden des 20. April 2012 gingen mehrere Anrufe über den Feuerwehrnotruf in der Bezirksalarmzentrale ein, dass ein Brand in einem Restaurant am Föhrenhof ausgebrochen war.

Die Feuerwehr Mödling rückte unmittelbar nach der Alarmierung aus. Bereits bei der Anfahrt wurde den Einsatzkräften über Funk mitgeteilt, dass es sich um einen Vollbrand handelt und die Flammen bereits massiv aus dem Gebäude austreten.

Beim Eintreffen an der Einsatzstelle stellten die Feuerwehrmänner fest, dass die Flammen bereits auf das Obergeschoß des Gebäudes übergegriffen hatten.

Mittels Atemschutz begann sofort ein umfassender Innen- und Außenangriff. Zur Unterstützung des Löschangriffs und zur Absicherung der Wasserversorgung wurde die Feuerwehr Wiener Neudorf nachalarmiert.

Ein Mann informierte die Feuerwehr, dass sich noch ein Hund im Inneren des Gebäudes befindet. Im Obergeschoß des Hauses fand ein Atemschutztrupp den Hund vor. Dieser war bereits durch die Rauchgase stark beeinträchtigt. Bei der Rettung biß das völlig verängstigte Tier einen Feuerwehrmann in den Arm. Trotzdem konnten die Feuerwehrmänner den Hund ins Freie bringen, mit Sauerstoff versorgen und anschließend dem Besitzer übergeben.

Da im Inneren des Gebäudes Deckenteile einstürzten, musste der Innenangriff sofort abgebrochen werden, da zu große Gefahr für die Atemschutzträger bestand.

Die Einsatzleitung entschied sich daraufhin, den Außenangriff zu verstärken. Aus dem Küchenbereich des Restaurants wurden noch mehrere CO2-Flaschen geborgen, um ein mögliches Gefahrenpotenzial zu verhindern.

Die Ausmaße des Brandes, die weitläufige Fläche des Gebäudes und die weiten Entfernungen zu den nächsten Hydranten erforderten die Nachalarmierung von sechs weiteren Feuerwehren. Die beiden nahegelegensten Wasserentnahmestellen waren mehrere hundert Meter entfernt, mit einem beträchtlichen Höhenunterschied zur Einsatzstelle.

Auf Grund der harten Anforderungen an die Atemschutzträger gab es in der Anfangsphase einen verletzten Feuerwehrmann. Der Atemschutzträger musste mit vermuteten Kreislaufproblemen in das Krankenhaus Mödling eingeliefert werden.

Gegen 16 Uhr wurde durch das Tauchdienstfahrzeug des NÖLFV, welches in Mödling stationiert ist, ein Atemschutzsammelplatz eingerichtet. Im Verlauf des Einsatzes wurden insgesamt 161 Pressluftflaschen gefüllt, die von den 15 Atemschutztrupps benötigt wurden.

Nach zirka zwei Stunden setzte noch zusätzlich ein starkes Gewitter ein und erschwerte die Einsatzbedingungen. Über mehrere Hubrettungsfahrzeuge bekämpften die Feuerwehrmitglieder von drei Seiten mit Wasserwerfern und Strahlrohren den Brand.

Da die Brandintensität immer stärker wurde, war es unvermeidbar, dass es zu einem offenen Vollbrand des Daches kam. In weiterer Folge stürzte dieses teilweise ein. Durch die Brandausbreitung im Dachstuhl, musste das Dach an mehreren Stellen geöffnet werden, damit der Brand effizient bekämpft werden konnte.

Nachdem der größte Brandherd unter Kontrolle gebracht war, wurde der Außenangriff immer wieder unterbrochen und Löscharbeiten von Atemschutztrupps im Inneren fortgesetzt, so weit ein gefahrloses Vordringen in das völlig zerstörte Gebäude möglich war. Um 19 Uhr 30 zeigten die Löscharbeiten Wirkung und der Brand konnte unter Kontrolle gebracht werden.

Um 20 Uhr musste zur Ablöse der Atemschutzträger, die bereits mehrere Stunden im Einsatz waren, die Freiwillige Feuerwehr Perchtoldsdorf nachalarmiert werden. Daher konnten um ca. 21 Uhr einige Feuerwehren in die Feuerwehrhäuser einrücken und die Einsatzbereitschaft wieder herstellen.

In den Abendstunden wurden von der Berufsfeuerwehr Wien mit dem Sondergerätefahrzeug aus Döbling noch spezielle Leuchtmittel zur Beleuchtung der Einsatzstelle beigestellt. Die Leuchtballons erleichterten vor allem die Nachlöscharbeiten in der Nacht.

Damit waren insgesamt 172 Feuerwehrmitglieder mit 37 Fahrzeugen, davon 4 Hubrettungsgeräte von 10 Feuerwehren im Einsatz. Der Löscharbeiten dauerten noch bis Mitternacht. Danach wurde noch eine Brandwache gestellt, um die Einsatzstelle nachhaltig abzusichern.


Weitere Bilder finden Sie auf der Homepage des Bezirksfeuerwehrkommandos Mödling.